Vorsorge - Britische LV
Britische Lebensversicherungen:
Mittelweg zwischen Sicherheit und Renditechancen
Langjährige Erfahrung in börsenorientierter Anlagepolitik, nachgewiesene Ertragsstärke, strenge Versicherungsaufsicht und attraktive Garantie: Mit diesem Stärkeprofil präsentieren sich die britischen Versicherer auf dem deutschen Lebensversicherungsmarkt. Auch wenn heute nur noch die Hälfte der Erträge steuerfrei sind (Ablauf ab dem 60sten) bietet sie nicht zu verachtende Vorteile.
Die Kapitalanlage in Aktien ist den Deutschen schlecht bekommen. In den guten Börsenjahren erhöhten sie die Anteile (maximal 30% sind nach deutschem Recht erlaubt) sukzessive von 12,9% im Jahr 1995 auf 26,4% im Jahr 2000. Im Abwärtstrend reduzierten sie dann ihre Aktienanteile mit hohen Verlusten. Zur Zeit machen Aktien nur noch rund 8% im Portfolio deutscher Lebensversicherer aus.
Britische Lebensversicherer setzten demgegenüber traditionell und nicht erst seit dem Börsenboom auf einen hohen Aktienanteil in ihrem Anlageportfolio. Die Londoner Aufsichtsbehörde FSA erlaubt ihnen, bis zu 100% ihres Kapitals in Aktien anzulegen, 70 bis 80% sind üblich. Selbstverständlich gingen die letzen mageren Börsenjahre auch an den angelsächsischen Anbietern nicht spurlos vorüber. Und dennoch: Seit 1824 also jetzt schon seit 180 Jahren hat Clerical Medical selbst in Zeiten schlechter Wirtschaftsbedingungen und Börsenkrisen immer einen Bonus ausgezahlt.
Smoothing machts möglich
Der Grund für das immer positive Ergebnis liegt im so genannten Smoothing-Verfahren. Die britischen Versicherer bilden in guten Börsenjahren mit einem Teil der Erträge die notwendigen Rücklagen für magere Börsenjahre. Smoothing bedeutet für den Kunden also eine Glättung der Erträge: In guten Jahren liegen sie zwar damit immer unter der maximalen Rendite des Marktes, in den schlechten aber auch darüber. Langfristig wird also ein kontinuierlicher Wertzuwachs erreicht.
Exkurs: Gravierende Unterschiede zur deutschen Fondsgebundenen LV
Ganz anders funktionieren Fondsgebundene Lebensversicherungen in Deutschland. Dort wird das Sparkapital in einem oder mehreren Investmentfonds angelegt, sodass der Wert der Police ganz und gar abhängig ist von der Entwicklung an den Kapitalmärkten. Eine garantierte Wertsteigerung etwa für ein Jahr im voraus wie im britischen Konzept gibt es grundsätzlich nicht. Ebenso und das ist ein zweiter gravierender Unterschied zu den angelsächsischen Angeboten legen die Versicherer bei der Fondsgebundenen LV keine stillen Reserven an, um magere Renditejahre überbrücken zu können. Das bedeutet, dass die Ablaufleistung schwankt und in der Regel nicht einmal Mindestzahlungen am Ende der Laufzeit garantiert werden. Die Auszahlsumme am Ende der Laufzeit hängt dann allein vom Wert der Fondsanteile ab, die sich über die Jahre angesammelt haben. Die Gesellschaft verkauft diese Anteile zum gültigen Kurs und zahlt davon dem Versicherungsnehmer oder im Todesfall den Hinterbliebenen eine einmaligen oder monatlichen Betrag. Der Auszahlungsbetrag kann im worst case weit unter den eingezahlten Beiträgen liegen. Fazit: Das Risiko liegt zu 100% beim Versicherten. Sicherheiten und Garantien entfallen (fast) komplett.
Langjährige Erfahrungen der Briten im Aktieninvestment
Auch wenn britische LV-Anbieter sich nicht von den Bewegungen der Kapitalmärkte abkoppeln können, verfügen sie dennoch im Unterschied zu manchen deutschen Gesellschaften über große und langjährige Erfahrungen gerade im Aktieninvestment. Entsprechend flexibel reagieren sie auf Veränderungen im Markt, schichten Anlagen auch kurzfristig um und erwirtschaften so in der Regel immer noch vergleichsweise gute Erträge.
Gleichzeitig sorgen sie dafür, dass die Erträge nicht nur zeitgerecht, sondern auch kundengerecht zugeordnet werden. Diese altbewährt With-Profit-Anlage (aktienorientierte Anlagen mit werthaltigen Garantien) ist auch deshalb in GB eine traditionelle Form der Altersvorsorge.
Finanzstärke der Gesellschaften
Das With-Profit-System der britischen Lebensversicherer erfordert jedoch nicht nur ein erfahrenes Assetmanagement, sondern auch hohe Kapitalreserven. Ein Beispiel: Über die Free Asset Ratio (FAR), das Verhältnis zwischen freien Vermögenswerten und Verbindlichkeiten, werden die Auswirkungen ungünstiger Bedingungen aufgefangen. Die Höhe der FAR hängt von vielen Faktoren ab wie zum Beispiel Geschäftsmix, Bonuspolitik, Anlagestrategie, Bewertungsbasis etc. Die freien Vermögenswerte von Clerical Medical belaufen sich Ende 2002 auf 2,2 Mrd. . Dies entspricht einer FAR von 7,2% und damit mehr als dem Doppelten der von der Aufsichtsbehörde des britischen Handelsministeriums vorgeschriebenen Mindestmarge von 3% - und dies nach mehreren aufeinander folgenden Jahren negativer Börsenentwicklung.
Strenge britische Versicherungsaufsicht: Solvabilität im Vordergrund
Die deutsche Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) bietet zum Schutz der Versicherten sehr strikte Anlage- und Zahlungsvorschriften bis hin zur Beschränkung des Aktienanteils im Kapitalvermögen der Versicherungsgesellschaften. Die Aufsichtsbehörde des britischen Handelsministeriums verfolgt einen ganz anderen Ansatz: Die Gesellschaften sind in ihrer Anlage- und Produktpolitik frei, unterliegen jedoch einer laufenden Kontrolle in Gestalt des durch das Handelsministeriums entstandene Aktuars. Solvabilität, also die Erfüllbarkeit von finanziellen Zusagen der Versicherer, steht dabei an erster Stelle des Sicherheitskonzepts. Gerät diese in Gefahr, werden unmittelbar Gegenmaßnahmen ergriffen.
Abgegebene Garantien
Bei den britischen Anbietern werden Jahresdividenden oder deklarierte Wertzuwächse für ein Jahr im voraus unwiderruflich garantier. Sie werden einmal jährlich den Kapitalmarktverhältnissen angepasst. Die garantierten Wertzuwächse bei Kapitallebensversicherungen schwankten bei Clerical Medical auch in den letzten schlechten Börsenjahren zwischen 3% und 5%. Die deutschen Fondsversicherer mussten im gleichen Zeitraum zum großen Teil deutliche Verluste ausweisen.
Der deklarierte Wertzuwachs bei den britischen Gesellschaften bezieht sich auf den in der Anlage nach Abzug aller Kosten verbleibenden Anteilswerte. Dieser Anteilswert erhöht sich mit steigenden Renditen auf den Kapitalmärkten und wird damit zu einem unverfallbaren Bestandteil der Anlage. Das eingezahlte Kapital abzüglich der Kosten, aber inklusive der in der Vergangenheit zugesagten Garantien ist bei den britischen Gesellschaften immer (anders als bei der deutschen Fondsgebundenen LV) garantiert, wenn die Versicherungsbedingungen eingehalten werden. Dafür haftet der Anbieter. Hinzu kommt der so genannte Fälligkeitsbonus britischer Lebensversicherungsprodukte, der die Wertentwicklung der Märkte widerspiegelt.
Fazit: Die britische Lebensversicherung hat in jedem Fall im Vergleich zur deutschen Fondsgebundenen Lebensversicherung deutliche Vorteile. Die britischen Anbieter sind damit für den deutschen Markt gut aufgestellt. Erfahrung im Asset Management, Kapitalstärke und umfangreiche Garantien bieten auch den Kunden hier zu Lande die Möglichkeit, an den Renditechancen der Kapitalmärkte zu partizipieren und gleichzeitig die damit verbundenen Risiken zu minimieren.
Quelle: AssCompact Mai 2004, aktualisiert 2005
Für weitere Informationen über britische Lebensversicherungen steht Ihnen das Team von Seeliger & Co. jederzeit und gerne zur Verfügung.